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Thilo Krause
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NLP-Techniken: 20 Techniken nach Bereich, jede mit Kurzanleitung

Zwanzig NLP-Techniken, geordnet nach Sprache, Gespräch, Wahrnehmung, Zuständen, Veränderungsarbeit und Zielen. Zu jeder steht, was sie ist, wann sie passt und wie die Kurzfassung in zwei bis vier Schritten aussieht.

Aufgeräumter Schreibtisch mit Notizen und Laptop

Diese Liste ordnet 20 NLP-Techniken in sechs Bereiche. Zu jeder Technik steht, was sie ist und wann sie gebraucht wird. Darauf folgt eine Kurzfassung in zwei bis vier Schritten. Am Ende jedes Eintrags führt ein Link zum Lexikoneintrag oder Beitrag, der die Technik ausführlich behandelt. Die Beispiele sind erfunden.

Die Kurzfassungen helfen beim Nachschlagen und beim ersten Ausprobieren. Welche Technik in welcher Situation im Job weiterhilft, lesen Sie in NLP im Beruf. Sechs Übungen, die ohne Partner funktionieren, beschreibe ich in NLP-Übungen für zuhause. Was NLP überhaupt ist und was es leisten kann, steht im Beitrag Was NLP in der Praxis leisten kann. Die Begriffe dahinter erklärt das NLP-Lexikon einzeln.

Alle 20 NLP-Techniken auf einen Blick

TechnikWofürWeiterlesen
Meta-Modell der SpracheUngenaue Aussagen mit einer Frage klärenBeispiele und Fragen
ReframingEiner festgefahrenen Deutung eine zweite zur Seite stellenReframing-Beispiele
ChunkingZwischen Zweck und Detail wechselnLexikon: Chunking
Milton-ModellOffen formulieren, damit Zuhörende eigene Bilder findenLexikon: Milton-Modell
RapportEine Arbeitsbeziehung, in der Widerspruch möglich istRapport im Gespräch
Pacing und LeadingErst anschließen, dann eine Richtung vorschlagenLexikon: Pacing und Leading
KalibrierenVeränderungen bei einer bestimmten Person bemerkenLexikon: Kalibrieren
WahrnehmungspositionenEinen Konflikt aus drei Blickwinkeln ansehenLexikon: Wahrnehmungspositionen
SubmodalitätenBemerken, wie ein inneres Bild gebaut istLexikon: Submodalitäten
Assoziiert und dissoziiertEine Erinnerung von innen oder von außen sehenLexikon: assoziiert und dissoziiert
AnkernEinen bekannten Zustand über einen Reiz abrufenAnkern: Nutzen und Grenzen
Circle of ExcellenceEinen Zustand an einen Platz im Raum koppelnLexikon: Circle of Excellence
SeparatorEinen Zustand bewusst unterbrechenLexikon: Separator
Glaubenssätze prüfenEine hinderliche Überzeugung an Belegen messenGlaubenssätze prüfen
SwishEiner Gewohnheit mit festem Auslöser eine neue Richtung gebenLexikon: Swish
Six-Step-ReframingFür ein störendes Verhalten andere Wege zum selben Zweck findenLexikon: Six-Step-Reframing
Wohlgeformte ZieleEin Ziel so fassen, dass es prüfbar ist und im eigenen Einfluss liegtLexikon: wohlgeformte Ziele
Ökologie-CheckVorher klären, was ein Ziel kostetLexikon: Ökologie-Check
Future PaceEine neue Reaktion vorab in einer kommenden Situation durchspielenLexikon: Future Pace
Disney-StrategieEine Idee getrennt als Träumer, Realist und Kritiker bearbeitenLexikon: Disney-Strategie

Sprache: Techniken für genaues Nachfragen und offenes Formulieren

Vier Techniken arbeiten mit dem, was gesagt wird. Das Meta-Modell und Chunking machen eine Aussage genauer oder fragen nach ihrem Zweck. Reframing verschiebt ihre Bedeutung, und das Milton-Modell lässt mit Absicht Raum.

Meta-Modell der Sprache

Das Meta-Modell ist eine Sammlung von Klärungsfragen, mit denen Sie Auslassungen, Verallgemeinerungen und Verzerrungen in Aussagen aufdecken. Sie brauchen es, wenn ein Satz nach Diagnose klingt und trotzdem niemand weiß, was zu tun ist, etwa „Das klappt bei uns nie".

  1. Hören Sie auf Wörter wie „immer", „nie", „man" oder „die da oben". An ihnen fehlt meist etwas.
  2. Fragen Sie nach dem Fehlenden. „Wann genau?", „Wer genau?" oder „Woran merken Sie das?"
  3. Stellen Sie eine Frage und warten Sie die Antwort ab. Drei Klärungsfragen hintereinander klingen nach Verhör.

Zu jedem Sprachmuster finden Sie Beispielsätze und die passende Frage im Beitrag Meta-Modell der Sprache: Beispiele und Fragen.

Reframing

Reframing gibt einem Verhalten oder Ereignis eine andere Bedeutung oder zeigt einen Kontext, in dem es nützlich ist. Es passt, wenn jemand an einer einzigen Deutung festhält, etwa über einen Kollegen oder über sich selbst.

  1. Schreiben Sie die feste Deutung wörtlich auf. Beispiel: „Er widerspricht in jeder Besprechung."
  2. Suchen Sie eine zweite Bedeutung, die ebenfalls zutrifft. „Er prüft Vorschläge, bevor sie beschlossen sind." Das heißt Bedeutungsreframing.
  3. Oder suchen Sie einen Ort, an dem das Verhalten gebraucht wird. „In der Risikoprüfung ist genau das gefragt." Das heißt Kontextreframing.

Die neue Deutung muss für die andere Person stimmen. Eine, die bloß freundlicher klingt, nimmt Ihnen niemand ab. Beide Arten an Sätzen aus dem Berufsalltag zeigen die Reframing-Beispiele.

Chunking

Chunking bezeichnet im NLP den bewussten Wechsel der Abstraktionsebene. Gebraucht wird es, wenn eine Verhandlung an zwei Forderungen festhängt oder ein Vorhaben zu groß ist, um anzufangen.

  1. Gehen Sie nach oben. „Wofür ist Ihnen das wichtig?" führt von der Forderung zum Zweck.
  2. Gehen Sie nach unten. „Was ist der erste Teil davon?" zerlegt ein großes Vorhaben in Stücke, die sich anfangen lassen.
  3. Gehen Sie zur Seite. „Wie ließe sich derselbe Zweck anders erreichen?" sucht eine zweite Lösung auf derselben Ebene.

Die drei Richtungen mit Beispielen beschreibt der Lexikoneintrag Chunking.

Milton-Modell

Das Milton-Modell ist eine Sammlung von Sprachmustern, die bewusst allgemein und mehrdeutig bleiben, damit Zuhörende sie mit eigener Bedeutung füllen. Außerhalb der Hypnose begegnet es Ihnen in Moderationen und Reden, also überall dort, wo eine offene Frage mehr Antworten hervorbringt als eine genaue.

  1. Formulieren Sie den Einstieg allgemein. „Denken Sie an ein Gespräch, das gut gelaufen ist."
  2. Lassen Sie das Wie offen. Welches Gespräch und was daran gut war, entscheidet jede Person selbst.
  3. Sagen Sie, worauf Sie hinauswollen. Mehrdeutige Sprache, die jemanden ohne sein Wissen lenken soll, gehört in kein Gespräch, auch in kein Verkaufsgespräch.

Die einzelnen Muster und ihr Verhältnis zum Meta-Modell stehen im Eintrag Milton-Modell.

Gespräch und Beziehung

Diese drei Techniken betreffen das, was zwischen zwei Menschen passiert. Sie sind die unauffälligsten der Liste und lassen sich im nächsten Gespräch ausprobieren.

Rapport

Rapport bezeichnet eine Arbeitsbeziehung, in der zwei Menschen einander zuhören und Einwände äußern können, ohne dass die Beziehung darunter leidet. Wichtig wird er in Konflikten und in jedem Gespräch, in dem Sie etwas Unbequemes sagen müssen.

  1. Übernehmen Sie die Begriffe Ihres Gegenübers. Spricht die Kollegin von einem „Engpass", nennen Sie es nicht „Herausforderung".
  2. Sprechen Sie einen Einwand an, den Sie vermuten. „Sie fragen sich vermutlich, wer das zusätzlich machen soll."
  3. Achten Sie darauf, ob Widerspruch möglich ist. Wenn die andere Person widerspricht und das Gespräch weiterläuft, besteht Rapport.

Das Spiegeln von Körperhaltung und Sprechtempo, für das Rapport bekannt ist, stellt ihn allein nicht her. Warum, erkläre ich im Beitrag über Rapport im Gespräch.

Pacing und Leading

Pacing heißt, an das anzuschließen, was Ihr Gegenüber gerade erlebt, sagt oder tut. Leading heißt, von diesem gemeinsamen Ausgangspunkt aus eine neue Richtung vorzuschlagen. Die Reihenfolge hilft, wenn Sie jemandem einen Vorschlag machen, der gerade unter Druck steht.

  1. Benennen Sie, was für die andere Person zutrifft. „Sie haben seit Januar zwei Vertretungen übernommen."
  2. Warten Sie auf ein Ja. Bleibt es aus, fragen Sie, was in Ihrer Beschreibung fehlt.
  3. Schlagen Sie dann eine Richtung vor, am besten als Frage. „Welche der beiden Vertretungen können wir bis zum Sommer abgeben?"

Ein Beispiel und woran Sie merken, dass Sie zu früh geführt haben, stehen unter Pacing und Leading.

Kalibrieren

Kalibrieren heißt, bei einem bestimmten Menschen zu beobachten, welche sichtbaren und hörbaren Signale mit welchem Zustand einhergehen. Sie brauchen es bei Menschen, mit denen Sie regelmäßig sprechen, etwa im eigenen Team.

  1. Beobachten Sie die Person in einem entspannten Moment. Wie sitzt sie, wie schnell spricht sie?
  2. Notieren Sie, was sich bei einem heiklen Thema ändert. Schreiben Sie getrennt auf, was Sie gesehen haben und was Sie daraus schließen.
  3. Fragen Sie nach, bevor Sie deuten. „Ich habe den Eindruck, das Thema kommt gerade ungelegen. Stimmt das?"

Warum allgemeine Regeln der Körpersprache dabei nicht weiterhelfen, erklärt der Eintrag Kalibrieren.

Wahrnehmung und Blickwinkel

Bei diesen drei Techniken geht es darum, wie Sie sich eine Situation vorstellen. Sie eignen sich zur Vorbereitung auf ein Gespräch und zum Nachdenken danach.

Wahrnehmungspositionen

Wahrnehmungspositionen sind Blickwinkel, aus denen Sie eine Situation nacheinander betrachten: aus Ihrer eigenen Sicht, aus der Sicht des Gegenübers und aus der Sicht eines unbeteiligten Beobachters. Die Technik passt vor einem schwierigen Gespräch und nach einem Konflikt.

  1. Schreiben Sie in zwei Sätzen auf, was Sie stört und was Sie wollen.
  2. Schreiben Sie in der Ich-Form aus Sicht der anderen Person. Was weiß sie, das Sie nicht wissen?
  3. Beschreiben Sie, was ein Unbeteiligter sähe. Diese Person ergreift keine Partei.

Was Sie über die andere Seite aufschreiben, bleibt eine Vermutung, bis Sie nachgefragt haben. Die Fassung mit drei Stühlen und ein Beispiel stehen unter Wahrnehmungspositionen.

Submodalitäten

Submodalitäten sind im NLP die Eigenschaften innerer Vorstellungen, also wie groß, hell und nah ein inneres Bild ist oder wie laut ein innerer Ton klingt. NLP nimmt an, dass sich das Erleben einer Erinnerung verändert, wenn man diese Eigenschaften verändert. Ausprobiert wird das meist an einem Termin, der in der Vorstellung größer wirkt, als er ist.

  1. Rufen Sie das Bild auf und beschreiben Sie es. Wie groß ist es, wie hell, wie weit weg?
  2. Verändern Sie eine einzige Eigenschaft. Schieben Sie das Bild zum Beispiel ein Stück von sich weg.
  3. Prüfen Sie, ob sich das Gefühl dazu ändert. Wenn nicht, versuchen Sie eine andere Eigenschaft.

Auf dieser Annahme bauen weitere Techniken auf, darunter der Swish weiter unten. Mehr dazu im Eintrag Submodalitäten.

Assoziiert und dissoziiert

Assoziiert erleben Sie eine Situation aus Ihren eigenen Augen, so als wären Sie mittendrin. Dissoziiert sehen Sie sich selbst in der Situation, etwa wie auf einer Leinwand. Die Unterscheidung hilft, wenn Sie aus einer unangenehmen Erinnerung etwas lernen wollen, ohne sie noch einmal ganz durchzumachen.

  1. Erinnern Sie sich an Ihre letzte Besprechung. Sehen Sie den Tisch von Ihrem Platz aus oder sich selbst am Tisch?
  2. Wechseln Sie in die andere Fassung. Treten Sie gedanklich aus dem Bild heraus oder in es hinein.
  3. Vergleichen Sie beide. Nach der üblichen Faustregel spüren Sie assoziiert mehr und sehen dissoziiert mehr vom Zusammenhang.

Wofür beide Richtungen in Ausbildungen genutzt werden, erklärt der Eintrag assoziiert und dissoziiert.

Zustände und Anker

Drei Techniken arbeiten mit inneren Zuständen, etwa mit der Ruhe, die Sie vor einem Auftritt brauchen. Ein Anker holt einen Zustand ab, den Sie schon kennen. Einen neuen erzeugt er nicht.

Ankern

Ankern verknüpft einen Reiz, etwa eine Geste oder ein Wort, mit einem inneren Zustand, damit sich der Zustand später über den Reiz wieder abrufen lässt. Gedacht ist es für die Vorbereitung auf Situationen mit mäßigem Druck, etwa eine Präsentation vor bekanntem Publikum.

  1. Wählen Sie einen Zustand, den Sie sicher kennen. Zum Beispiel die Ruhe, mit der Sie einer Kollegin Ihr Fachgebiet erklären.
  2. Erinnern Sie sich an eine konkrete Situation, bis Sie den Zustand spüren. Setzen Sie dabei einen Handgriff, den Sie sonst nicht machen.
  3. Wiederholen Sie das an mehreren Tagen und testen Sie es vor einem Routinetermin.

Was ein Anker realistisch leistet und wo er an Grenzen stößt, beschreibe ich in Ankern: Nutzen und Grenzen.

Circle of Excellence

Der Circle of Excellence, auf Deutsch Kreis der Exzellenz, ist ein NLP-Format, bei dem Sie einen hilfreichen Zustand an einen vorgestellten Kreis auf dem Boden koppeln. Er passt für Situationen, in denen Sie einen festen Platz haben, etwa am Rednerpult.

  1. Stellen Sie sich einen Kreis auf dem Boden vor, groß genug, um darin zu stehen.
  2. Rufen Sie außerhalb des Kreises eine Erinnerung auf, in der Sie den gewünschten Zustand hatten.
  3. Treten Sie hinein, wenn der Zustand am deutlichsten ist, und wieder heraus, sobald er nachlässt.
  4. Testen Sie nach einer Pause, ob der Zustand beim Hineintreten wiederkommt.

Den vollständigen Ablauf finden Sie im Eintrag Circle of Excellence.

Separator

Ein Separator ist eine kurze, bewusste Unterbrechung, die einen Menschen aus seinem momentanen Zustand holt, bevor der nächste Schritt beginnt. Im NLP steht er zwischen zwei Übungsschritten, im Alltag hilft er nach einem angespannten Teil eines Gesprächs.

  1. Bemerken Sie, dass ein Zustand in den nächsten Schritt hineinzieht. Der Ärger aus dem ersten Tagesordnungspunkt sitzt noch im zweiten.
  2. Unterbrechen Sie mit etwas Belanglosem. Eine Frage nach dem Mittagessen oder ein Blick aus dem Fenster genügt.

Mehr dazu unter Separator.

Veränderungsarbeit: Überzeugungen und Gewohnheiten

Diese drei Techniken richten sich auf etwas, das Sie an sich selbst ändern wollen. Belastende Erinnerungen und Ängste gehören nicht dazu. Dafür brauchen Sie jemanden, der ausgebildet ist und eingreifen kann.

Glaubenssätze prüfen

Ein Glaubenssatz ist eine Überzeugung über sich selbst, über andere oder über die Welt. Sie entsteht als Verallgemeinerung aus wenigen Erlebnissen und wird danach selten geprüft. Die Arbeit damit lohnt, wenn ein Satz wie „Ich kann nicht vor Gruppen sprechen" Sie von etwas abhält.

  1. Schreiben Sie den Satz wörtlich auf.
  2. Fragen Sie, woran genau Sie das merken. Aus dem Beispiel wird vielleicht: „Ich verliere in den ersten zwei Minuten den Faden, wenn ich frei beginne."
  3. Fragen Sie, wo der Satz nicht gilt. Vor dem eigenen Team, bei einem vorbereiteten Einstieg?
  4. Planen Sie eine Erfahrung, die den kleineren Satz prüft. Im Beispiel ist das ein vorbereiteter Einstieg beim nächsten Vortrag.

Alle vier Prüffragen mit Beispielen aus dem Beruf stehen in Glaubenssätze prüfen statt umformulieren.

Swish

Der Swish ist eine NLP-Technik für Gewohnheiten, die ein fester Auslöser in Gang setzt. Ein typisches Beispiel ist der Griff zum Postfach, sobald ein Text schwierig wird.

  1. Finden Sie das Bild, das Sie unmittelbar vor dem Verhalten sehen. Etwa die Hand auf der Maus.
  2. Entwerfen Sie ein Bild von sich als jemandem, für den das Problem erledigt ist. Das Bild zeigt Sie als Person, eine einzelne Handlung reicht dafür nicht.
  3. Lassen Sie das erste Bild in etwa einer Sekunde schrumpfen, während das zweite groß und hell wird.
  4. Unterbrechen Sie kurz und wiederholen Sie das etwa fünfmal.

Wie Sie danach testen und wo die Technik an Grenzen stößt, steht im Eintrag Swish.

Six-Step-Reframing

Six-Step-Reframing ist ein NLP-Format in sechs Schritten für ein Verhalten, das Sie stört und das Sie trotzdem beibehalten. Es trennt das Verhalten von seinem Zweck und sucht andere Wege, die denselben Zweck erfüllen. Hier steht eine verkürzte Fassung als geordnetes Gespräch mit sich selbst.

  1. Benennen Sie das Verhalten. Beispiel: Sie sagen zu jeder Zusatzaufgabe Ja.
  2. Fragen Sie, was es für Sie sicherstellt. Vielleicht, dass niemand Sie für unkollegial hält.
  3. Sammeln Sie mindestens drei andere Wege zum selben Zweck.
  4. Prüfen Sie, ob sich etwas in Ihnen gegen die neuen Wege sträubt. Wenn ja, suchen Sie weiter.

Alle sechs Schritte und die ursprüngliche Fassung beschreibt der Eintrag Six-Step-Reframing.

Ziele und Planung

Die letzten vier Techniken gehören an den Anfang eines Vorhabens. Sie prüfen, ob ein Ziel trägt, und spielen es durch, bevor es ernst wird.

Wohlgeformte Ziele

Wohlgeformte Ziele sind positiv formuliert, liegen im eigenen Einfluss, lassen sich an konkreten Wahrnehmungen überprüfen und passen zum restlichen Leben. Die Kriterien helfen bei Zielvereinbarungen und bei jedem Vorsatz, der schon einmal gescheitert ist.

  1. Formulieren Sie, was stattdessen da sein soll. „Weniger Stress" sagt nur, was wegsoll.
  2. Prüfen Sie, ob das Ziel bei Ihnen liegt. „Die Kundenzufriedenheit steigt" hängt an vielen Menschen. „Ich rufe jeden Neukunden in der ersten Woche an" hängt an Ihnen.
  3. Legen Sie fest, woran Sie erkennen, dass es erreicht ist.

Die übrigen Kriterien erklärt der Eintrag wohlgeformte Ziele.

Ökologie-Check

Der Ökologie-Check ist eine Prüfung, bevor Sie ein Ziel verfolgen oder eine Veränderung umsetzen. Sie fragen, welche Folgen sie für Ihre anderen Ziele, Ihre Gesundheit und die Menschen um Sie herum hat. Er gehört vor jede Entscheidung, die Zeit oder Kraft an anderer Stelle abzieht.

  1. Fragen Sie, was Sie für das Ziel aufgeben.
  2. Fragen Sie, wen das außer Ihnen trifft.
  3. Achten Sie auf Einwände in Ihnen selbst. Ein „Ja, aber" verdient eine Antwort, bevor Sie anfangen.

Beispiele aus dem Beruf stehen unter Ökologie-Check.

Future Pace

Future Pace, auf Deutsch Zukunftsschritt, heißt im NLP, eine neue Reaktion vorab in einer konkreten kommenden Situation durchzuspielen. Viele NLP-Übungen enden damit, weil sich hier zeigt, ob eine Veränderung aus der Übung in den Alltag trägt.

  1. Wählen Sie eine Situation aus den nächsten zwei Wochen. Zum Beispiel das Teammeeting am Montag.
  2. Spielen Sie im Kopf durch, wie Sie dort reagieren wollen.
  3. Merken Sie sich die Stelle, an der es hakt. Dort setzen Sie mit der Übung noch einmal an.

Mehr dazu im Eintrag Future Pace.

Disney-Strategie

Die Disney-Strategie ist ein Format, bei dem Sie eine Idee nacheinander in drei Rollen bearbeiten: als Träumer, als Realist und als Kritiker. Die Rollen bleiben getrennt, damit die Kritik eine Idee nicht erledigt, bevor jemand sie zu Ende gedacht hat. Sie hilft bei neuen Vorhaben, allein oder im Team.

  1. Geben Sie jeder Rolle einen eigenen Platz. Allein genügen drei Blätter Papier.
  2. Gehen Sie die Rollen der Reihe nach durch. Notieren Sie an jedem Platz nur, was zu dieser Rolle gehört.
  3. Geben Sie die Einwände des Kritikers als Fragen an den Träumer zurück. Aus „Dafür fehlen die Daten" wird „Wie kommen wir an die Daten?"

Woher der Name kommt und wie das Format im Team läuft, steht im Eintrag Disney-Strategie.

Mit welcher Technik Sie anfangen

Fangen Sie mit einer Technik an, die Sie im nächsten Gespräch ausprobieren können. Am einfachsten sind eine einzelne Meta-Modell-Frage, Pacing vor einem Vorschlag oder die Wahrnehmungspositionen auf Papier. Alle drei kommen ohne innere Bilder aus, und das Ergebnis sehen Sie sofort.

Schreiben Sie danach in zwei Sätzen auf, was anders lief als sonst. Erst wenn sich dabei etwas zeigt, lohnt die nächste Technik. Die Techniken für Zustände und Veränderungsarbeit brauchen mehr Wiederholung und gelingen mit Anleitung leichter.

Was über die Wirkung bekannt ist

NLP ist keine belegte Theorie. Viele seiner überprüfbaren Behauptungen haben Studien nicht bestätigt. Die Einzelheiten stehen im Abschnitt Kritik an NLP: Was die Forschung sagt.

Ich behandle die Techniken deshalb als Gesprächs- und Übungsformate. Ob eine hilft, prüfen Sie an der Situation, in der Sie sie eingesetzt haben. Eine Therapie ersetzt keine von ihnen.

Häufige Fragen

Welche NLP-Techniken gibt es?

Die bekanntesten sind Rapport, das Meta-Modell der Sprache, Reframing und das Ankern. Dazu kommen Techniken für Wahrnehmung wie die Wahrnehmungspositionen und Submodalitäten, Techniken für Gewohnheiten wie der Swish und Prüfungen für Ziele wie der Ökologie-Check. Diese Liste stellt 20 davon in sechs Bereichen vor. Weitere Begriffe erklärt das NLP-Lexikon.

Welche NLP-Technik eignet sich für Anfänger?

Am besten eine, die Sie im nächsten Gespräch prüfen können. Eine einzelne Meta-Modell-Frage wie „Woran merken Sie das?" ist dafür gut geeignet, ebenso Pacing und Leading vor einem Vorschlag. Beide brauchen keine Übung mit inneren Bildern. Probieren Sie eine Technik zwei Wochen lang aus, bevor Sie die nächste dazunehmen.

Kann man NLP-Techniken allein anwenden?

Viele ja, vor allem die, die mit Papier und Stift auskommen. Dazu zählen die Wahrnehmungspositionen, das Prüfen eines Glaubenssatzes und der Ökologie-Check. Allein fehlt Ihnen die Rückmeldung, deshalb lohnt es sich, jeden Durchgang in einem Satz festzuhalten. Belastende Erinnerungen und Ängste gehören nicht in eine Übung, die Sie allein machen.

Sind NLP-Techniken manipulativ?

Sie können so eingesetzt werden, besonders die Sprachmuster des Milton-Modells. Ob eine Technik manipuliert, hängt daran, ob die andere Person weiß, worum es geht. Sagen Sie offen, was Sie vorhaben, und nennen Sie eine Übung beim Namen. Eine Technik, die nur wirkt, solange niemand sie bemerkt, beschädigt das Vertrauen, sobald sie auffällt.

Die Techniken mit Rückmeldung üben

Wer die Techniken nicht allein aus einer Liste lernen möchte, findet im NLP-Training den Rahmen dafür. Wir üben dort an Gesprächssituationen, die die Teilnehmenden aus ihrem Berufsalltag mitbringen.

Möchten Sie das auf Ihren Kontext übertragen?

Im Erstgespräch sprechen wir über Ihr konkretes Anliegen und einen sinnvollen nächsten Schritt.