Separator: einen Zustand unterbrechen
Kurzdefinition
Ein Separator ist im NLP eine kurze, bewusste Unterbrechung, die einen Menschen aus seinem momentanen Zustand holt, bevor der nächste Schritt beginnt. Auf Englisch heißt das Break State. Meist genügt eine belanglose Frage, ein Platzwechsel oder ein Blick aus dem Fenster.
Ausführlich erklärt
Viele NLP-Formate arbeiten mit inneren Zuständen. Wer aus einer unangenehmen Erinnerung direkt in eine gute wechselt, nimmt einen Rest der ersten mit. Der Separator soll dazwischen einen sauberen Schnitt setzen.
In diesen Formaten kommt er vor:
- Beim Ankern. Zwischen dem Setzen und dem Testen eines Ankers muss der Zustand einmal weg sein. Sonst zeigt der Test nicht, ob der Anker ihn zurückholt.
- Beim Swish. Nach jedem Durchgang des Swish öffnen Sie die Augen und denken an etwas anderes, damit der nächste wieder beim Auslöser beginnt.
- Beim Circle of Excellence. Sie treten aus dem Kreis, sobald das Gefühl nachlässt.
- Bei den Wahrnehmungspositionen. Zwischen zwei Positionen wechseln Sie den Platz und lassen die vorige Sicht dort zurück.
Als Separator taugt alles, was die Aufmerksamkeit kurz auf etwas Neutrales lenkt. Im Training sind das Fragen wie "Was haben Sie heute gefrühstückt?" oder "Wie lautet Ihre Telefonnummer rückwärts?". Aufstehen, ein paar Schritte gehen oder das Fenster öffnen tun dasselbe.
Brauchbar ist die Idee auch ohne NLP-Format. Zwischen zwei Terminen, die nichts miteinander zu tun haben, sorgt eine kurze Unterbrechung dafür, dass der zweite nicht unter der Stimmung des ersten leidet.
Beispiel: vom Trennungsgespräch ins Jahresgespräch
Eine Bereichsleiterin führt um zehn Uhr ein Trennungsgespräch. Um halb elf steht das Jahresgespräch mit einer Mitarbeiterin an, die sie befördern will. Früher wäre sie vom einen Raum direkt in den anderen gegangen. Die Mitarbeiterin hätte eine angespannte Chefin mit knapper Stimme erlebt und das auf sich bezogen.
Diesmal nimmt sie sich zehn Minuten. Sie holt den Kaffee im Erdgeschoss statt auf ihrer Etage und liest unterwegs die Aushänge am Schwarzen Brett. Zurück am Schreibtisch liest sie zwei Minuten lang ihre Notizen zur Mitarbeiterin und zu deren Projekten in diesem Jahr.
Verarbeitet ist das Trennungsgespräch damit nicht, und das soll es auch nicht sein. Dafür nimmt sie sich am Abend Zeit. Die Mitarbeiterin bekommt aber ein Gespräch, in dem es um sie geht.
Grenzen und häufige Missverständnisse
Als eigene Technik hat meines Wissens niemand den Separator untersucht. Dass eine Pause und ein Ortswechsel die Stimmung verändern, kennen die meisten aus eigener Erfahrung. Mehr als diese Alltagserfahrung steckt hinter dem Begriff nicht. Was die Forschung zu NLP insgesamt sagt, steht im Abschnitt zur Kritik an NLP.
Zwei Grenzen sollten Sie kennen:
- Ein Separator verschiebt, er klärt nichts. Wer jeden Ärger nur unterbricht, hat ihn am Abend immer noch. Die Unterbrechung verschafft Zeit bis zu dem Moment, in dem Sie sich darum kümmern können.
- Bei anderen braucht er Takt. Wer ein aufgebrachtes Gegenüber mit der Frage nach dem Frühstück unterbricht, wirkt, als nehme er es nicht ernst. Im Gespräch passt ein offener Vorschlag besser: "Lassen Sie uns fünf Minuten Pause machen."
Wie Sie nach einer Unterbrechung gezielt in einen hilfreichen Zustand kommen, steht beim Ressourcenzustand.
Verwandte Begriffe
- Ankern
Was ein Anker leistet und was die Forschung dazu sagt.
- Swish
Ein Format, das nach jedem Durchgang einen Separator vorsieht.
- Ressourcenzustand
Der Zustand, in den Sie nach der Unterbrechung wechseln wollen.
- NLP im Beruf
Techniken für Gespräche, Präsentationen und Konflikte im Arbeitsalltag.