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Thilo Krause
NLP-Lexikon

Circle of Excellence: der Kreis der Exzellenz

Kurzdefinition

Der Circle of Excellence, auf Deutsch Kreis der Exzellenz, ist ein NLP-Format, bei dem Sie einen hilfreichen Zustand an einen vorgestellten Kreis auf dem Boden koppeln. Wenn Sie später in den Kreis treten, soll der Zustand wiederkommen.

Ausführlich erklärt

Das Format ist eine räumliche Variante des Ankerns. Statt einer Geste dient ein Platz als Auslöser. Es stammt aus dem frühen NLP-Umfeld. Wer es zuerst beschrieben hat, ist nicht eindeutig belegt, und die Abläufe unterscheiden sich je nach Schule. Die Erinnerung, mit der das Format arbeitet, heißt in vielen Ausbildungen Moment of Excellence.

Die Grundidee steht beim Ressourcenzustand. Der Kreis gibt ihr eine Form, die sich gut üben lässt, weil der Schritt hinein und heraus eindeutig ist. Ein typischer Ablauf:

  1. Zustand wählen. Was brauchen Sie in der kommenden Situation? Zum Beispiel ruhig zu bleiben, wenn Ihnen jemand ins Wort fällt.
  2. Kreis festlegen. Stellen Sie sich einen Kreis auf dem Boden vor, groß genug, um darin zu stehen. Manche geben ihm eine Farbe oder einen deutlichen Rand.
  3. Moment of Excellence suchen. Erinnern Sie sich außerhalb des Kreises an eine Situation, in der Sie genau diesen Zustand hatten. Gehen Sie assoziiert hinein, also aus Ihren eigenen Augen.
  4. Hineintreten. Wenn der Zustand am deutlichsten ist, treten Sie in den Kreis und bleiben, solange er anhält.
  5. Heraustreten. Lässt das Gefühl nach, treten Sie heraus und schütteln sich kurz. Der Kreis soll nur mit dem starken Zustand verbunden sein.
  6. Testen und mitnehmen. Treten Sie nach einer Pause erneut hinein und prüfen Sie, ob der Zustand wiederkommt. Dann stellen Sie sich die kommende Situation vor und nehmen den Kreis in Gedanken mit. Dieser letzte Schritt heißt Future Pace.

Beispiel: die erste Rede vor der Belegschaft

Ein neuer Werksleiter soll auf der Betriebsversammlung vor 300 Beschäftigten sprechen. Unter vier Augen kommt er gut an. Vor großen Gruppen klebt er am Manuskript und schaut kaum auf.

Als Erinnerung wählt er seine Rede auf der Hochzeit seiner Schwester. Er hatte nur Stichworte, schaute in die Gesichter und reagierte auf Zwischenrufe. Bei der Übung im Büro tritt er dreimal in den Kreis. Beim dritten Mal merkt er, dass er sich aufrichtet und langsamer atmet, sobald er den Fuß hineinsetzt. Ob das an der Übung liegt oder daran, dass er die Erinnerung inzwischen gut kennt, kann er nicht sagen.

Am Tag der Versammlung stellt er sich den Kreis hinter dem Rednerpult vor. Die ersten Sätze spricht er frei. Bei den Zahlen zur Auftragslage greift er wieder zum Manuskript, und das ist richtig so. Dort kostet ein Fehler mehr als ein gesenkter Blick.

Grenzen und häufige Missverständnisse

Studien, die den Circle of Excellence mit einer gewöhnlichen Vorbereitung vergleichen, kenne ich nicht. Es gilt, was für das Ankern insgesamt gilt. Dass Orte und Erinnerungen die Stimmung beeinflussen, ist plausibel. Dass ein vorgestellter Kreis einen Zustand zuverlässig auf Abruf liefert, ist nicht belegt. Mehr zur Studienlage steht im Beitrag zur Kritik an NLP.

Den Nutzen sehe ich an anderer Stelle. Die Übung zwingt Sie, genau zu benennen, welchen Zustand Sie brauchen, und eine Erinnerung zu finden, in der Sie ihn schon hatten. Das allein verändert bei manchen die Vorbereitung.

Zwei Grenzen sollten Sie kennen:

  • Der Kreis ersetzt keine Übung in der Sache. Wer seine Rede nie laut gesprochen hat, findet im Kreis keine Sicherheit, die er nie hatte.
  • Ein starkes Gefühl im Seminar sagt wenig. In der Gruppe und mit Anleitung fühlt sich der Zustand oft intensiver an als später allein vor dem Termin. Ob die Übung trägt, zeigt erst die echte Situation.

Wer sich auf einen bestimmten Auftritt oder ein heikles Gespräch vorbereiten will, kann das mit Begleitung im Coaching tun.

Verwandte Begriffe

Circle of Excellence (Kreis der Exzellenz) im Training üben

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