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Thilo Krause
NLP-Lexikon

Submodalitäten im NLP

Kurzdefinition

Submodalitäten sind die Eigenschaften innerer Vorstellungen, also wie groß, hell und nah ein inneres Bild ist, wie laut ein innerer Ton klingt oder wo im Körper ein Gefühl sitzt. NLP nimmt an, dass sich das Erleben einer Erinnerung verändert, wenn man diese Eigenschaften verändert.

Ausführlich erklärt

NLP ordnet Erfahrung nach Sinneskanälen, den sogenannten Modalitäten. Gemeint sind Sehen, Hören, Fühlen, Riechen und Schmecken. Die Submodalitäten sind die feineren Unterscheidungen innerhalb eines Kanals. Bei Bildern sind das etwa Größe, Abstand, Helligkeit, Farbe, Schärfe und Bewegung, außerdem die Frage, ob Sie sich selbst im Bild sehen. Bei Tönen geht es um Lautstärke, Tempo, Klangfarbe und Richtung, bei Gefühlen um Temperatur, Druck, Ort und Ausdehnung.

Ausgearbeitet hat das vor allem Richard Bandler in den 1980er-Jahren, unter anderem in seinem Buch Using Your Brain for a Change von 1985. Ihm war aufgefallen, dass Menschen angenehme und unangenehme Erinnerungen oft unterschiedlich darstellen. Die eine ist groß, farbig und nah, die andere klein, grau und weit weg. Daraus entstanden Techniken, die gezielt an diesen Eigenschaften ansetzen. Die bekannteste ist der Swish, bei dem ein Auslöserbild schnell durch ein gewünschtes Bild von sich selbst ersetzt wird.

In einer Ausbildung lernen Sie zuerst, Submodalitäten zu erfragen: "Wenn Sie an das Gespräch denken, ist das Bild groß oder klein? Hell oder dunkel? Bewegt es sich?" Danach probieren Sie aus, was eine Veränderung bewirkt. Manche Teilnehmende berichten, dass eine Erinnerung weniger drückt, wenn sie das Bild kleiner machen und weiter weg rücken. Andere merken keinen Unterschied.

Beispiel: der Vorstandstermin im Kopf

Ein Bereichsleiter soll in zwei Wochen sein Budget vor dem Vorstand vertreten. Schon der Gedanke daran macht ihn unruhig. Im Coaching beschreibt er, was er vor sich sieht, wenn er an den Termin denkt. Ein großer Raum, die Gesichter nah und überlebensgroß, alle schauen ihn an, das Licht ist grell.

An dieser Stelle geht es zunächst darum, wie das Bild gebaut ist. Ob seine Sorge berechtigt ist, ist eine andere Frage, die später kommt. Er probiert aus, die Gesichter auf normale Größe zu bringen und den Tisch ein paar Meter weiter weg zu stellen. Dann stellt er sich vor, wie er die erste Folie zeigt und jemand eine Rückfrage stellt.

Die Vorbereitung ersetzt das nicht. Er muss seine Zahlen trotzdem kennen und die unangenehmen Fragen vorher durchspielen. Die Übung kann ihm helfen, sich beim Proben weniger von dem überzeichneten Bild ablenken zu lassen. Ob sie das tut, merkt er selbst. Wenn nicht, ist sie für ihn das falsche Werkzeug.

Grenzen und häufige Missverständnisse

Für die Annahme, dass veränderte Submodalitäten Gefühle zuverlässig verändern, gibt es kaum belastbare Studien. Die Techniken beruhen auf Bandlers Beobachtungen und auf Erfahrungsberichten aus Seminaren. Die Psychologie kennt verwandte Befunde, etwa die Arbeiten von Ethan Kross und Özlem Ayduk zur Selbstdistanzierung, bei der Menschen eine belastende Erinnerung aus der Sicht eines Beobachters betrachten. Das ist aber eine andere Methode, und ihre Ergebnisse belegen die NLP-Techniken nicht.

Zwei Missverständnisse halte ich für folgenreich:

  • Jeder Mensch sehe innere Bilder. Manche Menschen haben kaum oder gar keine bildhaften Vorstellungen, die Forschung spricht von Aphantasie. Wer in der Übung nichts sieht, leistet keinen Widerstand. Die Übung passt dann schlicht nicht.
  • Submodalitäten heilten Phobien oder Traumata. Solche Versprechen stehen in manchen Seminarbeschreibungen. Angststörungen und Traumafolgen gehören in psychotherapeutische Behandlung und nicht in ein Kommunikationstraining.

Ob die Übung bei Ihnen etwas verändert, finden Sie nur durch Ausprobieren heraus. Eine allgemeine Wirkung dürfen Sie nicht voraussetzen.

Verwandte Begriffe

  • Ankern

    Die zweite NLP-Technik, die mit inneren Zuständen arbeitet, samt ihren Grenzen.

  • Wahrnehmungspositionen

    Die Beobachterposition schafft eine ähnliche Distanz, nur über die Perspektive.

  • Reframing

    Wie sich eine Erfahrung über ihre Bedeutung statt über ihr inneres Bild verändern lässt.

  • Repräsentationssysteme

    Die Sinneskanäle, innerhalb derer die Submodalitäten unterscheiden.

Submodalitäten im Training üben

Im NLP-Training probieren Sie die Modelle an Gesprächen aus Ihrem eigenen Arbeitsalltag aus. Dazu gehört, wann ein Werkzeug passt und wann nicht.

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