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Thilo Krause
NLP-Lexikon

Mapping Across: Merkmale eines inneren Bildes übertragen

Kurzdefinition

Mapping Across ist ein NLP-Format, bei dem Sie zwei Erfahrungen vergleichen, etwa eine Aufgabe, zu der Sie sich nicht aufraffen, und eine, die Sie gern erledigen. Danach übertragen Sie die Unterschiede in der inneren Darstellung von der einen auf die andere.

Ausführlich erklärt

Das Format setzt die Submodalitäten voraus, also die Eigenschaften innerer Bilder, Töne und Gefühle wie Größe, Helligkeit, Abstand oder Lautstärke. Es besteht aus einem Vergleich und einer Übertragung.

  1. Zwei Erfahrungen wählen. Eine, die Sie ändern wollen, und eine, die schon so ist, wie Sie es sich wünschen. Beide sollten von derselben Art sein, etwa zwei Aufgaben oder zwei Gespräche.
  2. Beide Vorstellungen beschreiben. Sie gehen nacheinander in jede hinein und notieren, wie sie gebaut ist. Liegt das Bild links oder in der Mitte? Ist es farbig, bewegt es sich, wie weit ist es weg?
  3. Die Unterschiede suchen. Meist unterscheiden sich die beiden nur in wenigen Merkmalen. Diese kommen für die Übertragung infrage.
  4. Ein Merkmal nach dem anderen übertragen. Sie geben der ersten Vorstellung probeweise ein Merkmal der zweiten. Ändert sich nichts, nehmen Sie das nächste.
  5. Prüfen. Danach denken Sie an die erste Erfahrung und achten darauf, ob sie sich anders anfühlt. Ein paar Tage später zeigt sich, ob Sie auch anders handeln.

Der Swish nutzt dieselbe Idee in schnellerer Form. Dort ersetzt ein Wunschbild in einer einzigen Bewegung das Bild, das ein unerwünschtes Verhalten auslöst.

Beispiel: die Buchhaltung und die Laufrunde

Angenommen, ein Gründer schiebt die Buchhaltung seit Wochen vor sich her. Joggen geht er dagegen jeden Morgen ohne Mühe. Er vergleicht die beiden Vorstellungen.

Die Buchhaltung sieht er als stehendes Bild, grau und nah vor dem Gesicht, ein Stapel Belege, der den Blick verstellt. Das Joggen ist ein kleiner Film, etwas rechts von ihm, farbig, in Bewegung, und das Ende der Runde ist schon zu sehen.

Er probiert zuerst die Farbe. Es ändert sich wenig. Dann rückt er den Belegstapel nach rechts und ein Stück weg und lässt das Bild als kurzen Film laufen, der damit endet, dass er die Umsatzsteuer abschickt. Das fühlt sich leichter an.

Am Nachmittag setzt er sich an die Belege, für eine Stunde. Ob die Übung den Ausschlag gegeben hat oder die Frist für die Umsatzsteuer, weiß er nicht.

Grenzen und häufige Missverständnisse

Studien zu Mapping Across kenne ich nicht. Wie die Arbeit mit Submodalitäten insgesamt beruht das Format auf Beobachtungen aus Seminaren. Mehr zur Studienlage steht im Abschnitt zur Kritik an NLP.

Zwei Grenzen sind wichtig:

  • Ohne innere Bilder gibt es nichts zu vergleichen. Manche Menschen haben kaum oder keine bildhaften Vorstellungen. Für sie passt die Übung in dieser Form nicht, und das ist kein Widerstand.
  • Ein Bild ändert keinen Grund. Wenn Sie eine Aufgabe aufschieben, weil sie Ihnen sinnlos erscheint oder weil Ihnen Wissen fehlt, hilft ein farbigeres Bild nicht. Dann bringt ein Gespräch über die Aufgabe mehr.

Verwandte Begriffe

  • Submodalitäten

    Die Merkmale innerer Bilder, die das Format vergleicht.

  • Swish

    Ein schnelleres Format mit derselben Grundidee, gedacht für Gewohnheiten.

  • Assoziiert und dissoziiert

    Ob Sie sich im Bild sehen oder aus eigenen Augen schauen, wird beim Vergleich mit abgefragt.

Mapping Across im Training üben

Im NLP-Training probieren Sie die Modelle an Gesprächen aus Ihrem eigenen Arbeitsalltag aus. Dazu gehört, wann ein Werkzeug passt und wann nicht.

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