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Thilo Krause
NLP-Lexikon

TOTE-Modell: Test, Operate, Test, Exit

Kurzdefinition

Das TOTE-Modell beschreibt zielgerichtetes Verhalten als Rückkopplungsschleife. Sie vergleichen den Ist-Zustand mit einem Ziel (Test), handeln (Operate), vergleichen erneut (Test) und hören auf, sobald beides übereinstimmt (Exit). NLP beschreibt damit, wie Menschen entscheiden, lernen oder sich motivieren.

Ausführlich erklärt

Das Modell ist älter als NLP. George A. Miller, Eugene Galanter und Karl H. Pribram stellten es 1960 in Plans and the Structure of Behavior vor. Ihr Beispiel war das Einschlagen eines Nagels. Steht der Nagel noch heraus? Wenn ja, schlagen. Wieder prüfen. Sitzt er bündig, ist die Schleife zu Ende.

NLP übernahm das Modell als Grundbaustein für Strategien. Aus der Schleife leiten Ausbildungen drei Fragen ab:

  • Woran erkennen Sie, dass Sie am Ziel sind? Das ist das Kriterium für den Test. Fehlt es, hört die Schleife nie auf.
  • Was tun Sie, um dorthin zu kommen? Das sind die Operationen.
  • Was tun Sie, wenn es nicht klappt? Wer nur eine Operation kennt, wiederholt sie und macht mehr vom Gleichen.

Mit diesen Fragen lassen sich zwei bekannte Muster beschreiben. Beim Perfektionismus ist das Kriterium so unscharf, dass der Test nie bestanden wird. Beim Festbeißen stimmt das Kriterium, aber es fehlt eine zweite Art, vorzugehen.

Die erste Frage steht auch bei den wohlgeformten Zielen. Dort gehört sie zu den Prüfkriterien.

Beispiel: die Präsentation, die nie fertig wird

Ein Produktmanager überarbeitet seine Präsentation für den Vorstand zum sechsten Mal. Jede Runde läuft gleich ab. Er liest die Folien, ist unzufrieden und ändert Formulierungen. Sein Test lautet: Fühlt es sich fertig an? Das tut es nie.

Er legt ein anderes Kriterium fest. Die Präsentation muss drei Fragen beantworten. Was kostet das Vorhaben, was bringt es, und was passiert, wenn die Firma nichts tut? Als Test bittet er eine Kollegin aus dem Controlling, fünf Minuten zuzuhören und die drei Antworten danach in eigenen Worten zu nennen.

Kosten und Nutzen gibt sie richtig wieder, die dritte Antwort nicht. Er überarbeitet eine Folie und trägt noch einmal vor. Diesmal stimmen alle drei, und er schickt die Präsentation ab.

Viel besser als die fünfte Fassung ist die sechste vermutlich nicht. Er weiß jetzt aber, woran er "fertig" erkennt, und der Test hängt nicht mehr an seiner Tagesform.

Grenzen und häufige Missverständnisse

TOTE ist ein Denkmodell aus der frühen Kognitionspsychologie. Miller, Galanter und Pribram wollten damit beschreiben, wie Pläne das Verhalten steuern. Eine Technik mit nachgewiesener Wirkung ist daraus nicht geworden. Studien, die prüfen, ob die Arbeit mit dem TOTE Menschen schneller an ein Ziel bringt, kenne ich nicht. Mehr zur Studienlage steht im Abschnitt zur Kritik an NLP.

Zwei Einschränkungen halte ich für wichtig:

  • Das Modell ist grob. Eine echte Entscheidung besteht aus vielen Schleifen, die ineinandergreifen, und oft ändert sich unterwegs das Ziel. Die vier Buchstaben bilden das nicht ab.
  • Nicht jedes Ziel hat ein sauberes Kriterium. Ob ein Team einander vertraut, lässt sich nicht prüfen wie ein Nagel im Brett. Wer dafür eine Kennzahl erfindet, arbeitet bald für die Kennzahl.

Mir genügt vom Modell meist die eine Frage, woran ich merke, dass es reicht. Warum ein überprüfbares Ziel allein noch nicht trägt, beschreibe ich im Beitrag Ziele, die tragen.

Verwandte Begriffe

  • Strategien

    Die Abfolgen innerer Schritte, die NLP mit dem TOTE beschreibt.

  • Wohlgeformte Ziele

    Woran Sie erkennen, dass ein Ziel erreicht ist.

  • Modelling

    Wie NLP die Vorgehensweise eines Könners beschreibt.

  • Ziele, die tragen

    Was ein Ziel außer einem klaren Kriterium noch braucht.

TOTE-Modell im Training üben

Im NLP-Training probieren Sie die Modelle an Gesprächen aus Ihrem eigenen Arbeitsalltag aus. Dazu gehört, wann ein Werkzeug passt und wann nicht.

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