SCORE-Modell: fünf Fragen an ein Problem
Kurzdefinition
Das SCORE-Modell ordnet im NLP ein Problem nach fünf Elementen, nämlich Symptom, Ursache, Ziel, Ressource und Effekt. Es sammelt die Angaben, die Sie brauchen, bevor Sie etwas verändern, damit Sie nicht nur am Symptom arbeiten.
Ausführlich erklärt
Der Name setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der englischen Wörter Symptom, Cause, Outcome, Resource und Effect zusammen. Im NLP wird das Modell als Raster für die Klärung eines Anliegens gelehrt, bevor ein Format zum Einsatz kommt. Jedes Element hat eine Frage:
- Symptom. Woran merken Sie das Problem? Was genau geschieht, wann und wie oft?
- Cause, die Ursache. Was hat das Symptom ausgelöst, und was hält es aufrecht?
- Outcome, das Ziel. Was soll an die Stelle des Symptoms treten?
- Resource, die Ressource. Welches Wissen, welche Fähigkeit oder welche Unterstützung brauchen Sie auf dem Weg dorthin?
- Effect, der Effekt. Was folgt, wenn das Ziel erreicht ist? Wofür ist es gut?
Die Reihenfolge der Buchstaben ist nicht die Reihenfolge im Gespräch. Sinnvoll ist, nach dem Symptom zuerst das Ziel zu klären, weil die Suche nach Ursachen ohne Ziel leicht ausufert. In Ausbildungen liegen die fünf Elemente oft als Zettel auf dem Boden, und wer sein Anliegen klärt, geht von einem zum nächsten.
Zwei andere Einträge vertiefen einzelne Elemente. Was NLP unter einem brauchbaren Ziel versteht, steht bei den wohlgeformten Zielen. Die Frage nach dem Effekt sucht den Nutzen des Ziels. Nach unerwünschten Folgen fragt der Ökologie-Check.
Beispiel: eine Besprechung, die jede Woche überzieht
Eine Teamleiterin ärgert sich, dass die Wochenbesprechung statt 60 regelmäßig 90 Minuten dauert. Ihr erster Einfall ist eine Stoppuhr. Vorher geht sie die fünf Elemente durch.
Das Symptom kennt sie. Die Runde überzieht, und die letzten Punkte fallen unter den Tisch. Als Ziel schreibt sie auf, dass nach 60 Minuten alle Punkte besprochen sind, die eine Entscheidung brauchen. Der Effekt wäre, dass die Entwickler den Dienstagvormittag zurückbekommen und keine Entscheidung mehr eine Woche wartet.
Bei der Ursache stockt sie, denn an langen Diskussionen liegt es nicht. In den ersten 40 Minuten berichtet jeder reihum, woran er arbeitet. Die Entscheidungen kommen danach und geraten in Zeitnot. Als Ressource fällt ihr das Ticketsystem ein, in dem der Stand jeder Aufgabe ohnehin steht.
Sie streicht die Berichtsrunde und bittet alle, vorher ihre Tickets zu aktualisieren. Die Besprechung beginnt jetzt mit den Entscheidungen. Nach vier Wochen dauert sie im Schnitt 50 Minuten. Die Stoppuhr hätte die Berichtsrunde gelassen und die Entscheidungen weiter gekürzt.
Grenzen und häufige Missverständnisse
Studien, die das SCORE-Modell prüfen, kenne ich nicht. Es ist ein Fragenraster und behauptet nichts, was sich messen ließe. Mehr zur Studienlage steht im Abschnitt zur Kritik an NLP.
Drei Einwände gehören dazu:
- Eine Ursache ist schnell gefunden und selten die einzige. Das Raster verleitet dazu, das Feld mit einem Wort zu füllen. In Organisationen hat ein Symptom meist mehrere Ursachen.
- Ähnliche Raster gibt es außerhalb des NLP. Wer Ist, Soll, Ursachen und Maßnahmen untereinanderschreibt, macht fast dasselbe. Was das SCORE hinzufügt, ist die Frage, wofür das Ziel gut ist.
- Ein Diagnoseinstrument ist es nicht. Das Wort Symptom ist hier alltagssprachlich gemeint. Körperliche oder seelische Beschwerden klärt eine Ärztin oder ein Psychotherapeut.
Wer ein berufliches Anliegen mit Begleitung sortieren will, kann das im Coaching tun.
Verwandte Begriffe
- Wohlgeformte Ziele
Die Kriterien, nach denen NLP ein Ziel formuliert.
- Ökologie-Check
Die Frage nach Nebenwirkungen, die das SCORE-Modell nicht stellt.
- Logische Ebenen
Ein anderes Raster, das fragt, auf welcher Ebene ein Problem liegt.
- Ressourcenzustand
Die engere Bedeutung von Ressource im NLP, ein abrufbarer innerer Zustand.