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Thilo Krause
NLP-Lexikon

New Behavior Generator: neues Verhalten in der Vorstellung proben

Kurzdefinition

Der New Behavior Generator ist ein NLP-Format, mit dem Sie ein neues Verhalten in der Vorstellung entwerfen und so lange durchspielen und anpassen, bis es sich stimmig anfühlt. Er ist eine geordnete Form des mentalen Probens.

Ausführlich erklärt

Das Format passt zu Situationen, in denen Sie anders handeln wollen als bisher und schon eine Ahnung haben, wie. Es wechselt zwischen Zuschauen und Erleben, also zwischen dem dissoziierten und dem assoziierten Blick, den der Eintrag Assoziiert und dissoziiert beschreibt.

  1. Das Ziel benennen. "Selbstbewusster sein" ist zu vage. Brauchbar ist ein Satz wie "In der Montagsrunde bringe ich meinen Vorschlag zu Ende, auch wenn jemand dazwischenredet".
  2. Zuschauen. Sie sehen sich selbst wie in einem Film in der Situation und handeln dort so, wie Sie es sich wünschen. Fehlt Ihnen dafür eine Vorstellung, nehmen Sie einen Menschen zum Vorbild, der es kann, und sehen zuerst ihm zu.
  3. Hineingehen. Sie steigen in den Film ein und erleben dieselbe Szene aus Ihren eigenen Augen. Was hören Sie, was spüren Sie, wie reagiert das Gegenüber?
  4. Bewerten und anpassen. Fühlt sich etwas falsch an, gehen Sie wieder heraus, ändern den Film und spielen ihn erneut durch.
  5. In die Zukunft verlegen. Stimmt die Szene, stellen Sie sich die nächste echte Gelegenheit vor, wie beim Future Pace.

Das Vorbild aus dem zweiten Schritt ist Modelling im Kleinen. Statt eine Fähigkeit ganz zu erschließen, leihen Sie sich für eine Szene das Verhalten eines anderen.

Beispiel: unterbrochen in der Montagsrunde

Angenommen, eine Entwicklerin wird in der Montagsrunde regelmäßig unterbrochen, wenn sie einen Vorschlag vorstellt. Ein Kollege fällt ihr ins Wort, und sie bricht ab.

Sie spielt die Szene zuerst als Zuschauerin durch. Im Film sagt sie, als der Kollege ansetzt: "Einen Moment noch, ich bin gleich fertig", und redet weiter. Dann steigt sie ein. Aus ihren eigenen Augen klingt der Satz zu höflich, und sie hört, dass sie ihn leise und fragend sagt.

Sie ändert den Film. Sie hebt kurz die Hand, sagt nur "Ich bin gleich fertig" und schaut dabei auf ihre Notizen statt auf ihn. Beim zweiten Durchgang passt es besser.

In der nächsten Runde wird sie unterbrochen. Sie sagt den Satz, er klingt weniger ruhig als in der Vorstellung, und sie bringt ihren Vorschlag zu Ende.

Grenzen und häufige Missverständnisse

Für den New Behavior Generator selbst kenne ich keine Studien. Mentales Proben wird in der Sportpsychologie erforscht, aber deren Ergebnisse lassen sich nicht ohne Weiteres auf dieses Format übertragen. Mehr zur Studienlage bei NLP steht im Abschnitt zur Kritik an NLP.

Drei Einschränkungen:

  • Die Vorstellung ist freundlicher als die Wirklichkeit. Im Film reagiert das Gegenüber so, wie Sie es sich ausmalen. Spielen Sie auch eine unangenehme Antwort durch.
  • Die Vorstellung ersetzt keine fehlende Fähigkeit. Wer nie vor Publikum gesprochen hat, braucht echte Versuche, am besten erst vor wenigen Zuhörern.
  • Manches Verhalten hängt nicht an Ihnen allein. Unterbricht ein Kollege Sie trotz klarer Worte weiter, ist das ein Thema für die Teamleitung und nicht für eine weitere Übung.

Verwandte Begriffe

  • Assoziiert und dissoziiert

    Der Wechsel zwischen Zuschauen und Erleben, auf dem das Format aufbaut.

  • Future Pace

    Der Blick auf die nächste echte Gelegenheit, mit dem das Format endet.

  • Modelling

    Wie NLP die Fähigkeiten anderer untersucht und übernimmt.

New Behavior Generator im Training üben

Im NLP-Training probieren Sie die Modelle an Gesprächen aus Ihrem eigenen Arbeitsalltag aus. Dazu gehört, wann ein Werkzeug passt und wann nicht.

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