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Thilo Krause
NLP-Lexikon

Generalisierung im Meta-Modell des NLP

Kurzdefinition

Generalisierung heißt im Meta-Modell des NLP, dass ein Satz aus einzelnen Erfahrungen eine Regel macht, die ohne Ausnahme gelten soll. Typische Signalwörter sind immer, nie, alle, muss und kann nicht.

Ausführlich erklärt

Die Generalisierung ist eine der drei Gruppen des Meta-Modells, neben der Tilgung und der Verzerrung. Ohne Verallgemeinerungen käme niemand durch den Tag. Wer einmal gelernt hat, wie eine Tür aufgeht, muss es nicht an jeder Tür neu herausfinden. Schwierig wird es, wenn die Regel aus zwei schlechten Erlebnissen stammt und danach nicht mehr geprüft wird.

Vier Muster gehören zur Generalisierung:

  • Universalquantoren. Wörter wie "immer", "nie", "alle" und "keiner". Sie behaupten, dass es keine Ausnahme gibt.
  • Modaloperatoren der Notwendigkeit. "Muss", "sollte" und "darf nicht". Sie nennen eine Pflicht, aber nicht, was bei einem Verstoß geschieht.
  • Modaloperatoren der Möglichkeit. "Kann nicht" und "es geht nicht". Sie erklären etwas für unmöglich und lassen das Hindernis weg.
  • Verlorener Performativ. Ein Urteil ohne Urheber, etwa "Das gehört sich nicht".

Drei typische Sätze und die Frage, die sie öffnet:

  • "In dieser Firma ändert sich nie etwas." Die Frage: "Nie? Was hat sich im letzten Jahr geändert, auch im Kleinen?"
  • "Ich muss im Urlaub erreichbar sein." Die Frage: "Was würde passieren, wenn Sie es eine Woche lang nicht wären?"
  • "Mit Zahlen kann ich nicht umgehen." Die Frage: "Was hindert Sie daran? Bei welcher Rechnung ist es zuletzt gelungen?"

Weitere Sätze zu jedem Muster stehen im Abschnitt zur Generalisierung des Beitrags zum Meta-Modell.

Viele hinderliche Überzeugungen haben diese Form. Wie Sie einen solchen Satz an Belegen messen, beschreibe ich im Beitrag Glaubenssätze prüfen.

Beispiel: ein Nie im Jahresgespräch

Ein Entwickler sagt im Jahresgespräch: "Auf meine Vorschläge geht hier nie jemand ein." Seine Teamleiterin könnte widersprechen und Gegenbeispiele aufzählen. Dann würde er den Satz verteidigen.

Sie fragt: "Nie? Welcher Vorschlag war der letzte?" Er nennt zwei aus dem Herbst. Den einen, eine zweite Testumgebung, hat das Team abgelehnt. Auf den anderen, Code-Reviews zu zweit, hat niemand geantwortet. Dann fällt ihm ein dritter ein. Das Formular für die Übergabe an den Support stammt von ihm und ist seit März im Einsatz.

Aus "nie" sind drei Vorschläge geworden. Einer ist umgesetzt, einer abgelehnt, einer blieb ohne Antwort. Sein Ärger hängt am dritten. Die Teamleiterin setzt die Code-Reviews auf die Tagesordnung der nächsten Teamrunde.

Ob der Vorschlag durchkommt, ist offen. Die beiden reden jetzt über Code-Reviews. Vorher ging es darum, ob in diesem Team überhaupt jemand zuhört.

Grenzen und häufige Missverständnisse

Studien, die prüfen, ob Fragen nach Generalisierungen eine Überzeugung dauerhaft ändern, kenne ich nicht. Dass eine genaue Rückfrage eine pauschale Aussage kleiner macht, weiß jede gute Interviewerin auch ohne NLP. Mehr zur Studienlage steht im Abschnitt zur Kritik an NLP.

Drei Grenzen sollten Sie kennen:

  • Manche Regel stimmt. "Ich kann meinem Chef nicht widersprechen" ist in manchen Unternehmen eine genaue Beobachtung. Dann zeigt die Frage nach dem Hindernis ein Problem der Führung, und an der Formulierung liegt es nicht.
  • "Nie?" kann spöttisch klingen. Der Ton entscheidet. Wer die Ausnahme sucht, um recht zu behalten, bekommt Trotz.
  • Eine Frage löst keine Überzeugung auf, die jemand seit Jahren hat. Sie macht den Satz kleiner. Ob sich etwas ändert, zeigt sich an dem, was die Person danach tut.

Verwandte Begriffe

  • Meta-Modell

    Alle dreizehn Muster mit Beispielsatz und Frage, dazu ein Beispieldialog.

  • Tilgung

    Die erste Gruppe des Meta-Modells, Sätze, in denen etwas fehlt.

  • Verzerrung

    Die dritte Gruppe, Deutungen, die wie Tatsachen klingen.

  • Glaubenssätze prüfen

    Eine Verallgemeinerung über sich selbst an Belegen messen.

Generalisierung im Training üben

Im NLP-Training probieren Sie die Modelle an Gesprächen aus Ihrem eigenen Arbeitsalltag aus. Dazu gehört, wann ein Werkzeug passt und wann nicht.

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