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Thilo Krause
NLP-Lexikon

Uptime und Downtime: Aufmerksamkeit außen und innen

Kurzdefinition

Uptime bezeichnet im NLP einen Zustand, in dem die Aufmerksamkeit nach außen geht, auf das, was Sie gerade sehen, hören und spüren. In der Downtime liegt sie bei inneren Bildern, Gedanken und Selbstgesprächen.

Ausführlich erklärt

Die Unterscheidung ist eine Arbeitshilfe und keine Technik. Viele Übungen einer NLP-Ausbildung brauchen Uptime. Wer kalibrieren will, also feine Veränderungen bei einem Gegenüber bemerken, muss hinschauen und kann nicht gleichzeitig die nächste Frage formulieren. Downtime brauchen Übungen mit inneren Vorstellungen, etwa wenn Sie eine Erinnerung durchgehen oder ein Ziel ausmalen.

Im Gespräch wechseln beide ständig. Ihr Gegenüber erzählt, Ihnen fällt ein ähnliches Erlebnis ein, und für ein paar Sekunden hören Sie nicht mehr zu. Das passiert jedem. Teuer wird es in Gesprächen, in denen ein Halbsatz zählt, etwa in einer Verhandlung oder bei einer schwierigen Rückmeldung.

Das Milton-Modell arbeitet mit vager Sprache, damit der Zuhörer nach innen geht und die Lücken mit eigenen Erfahrungen füllt. Es lädt also gezielt in die Downtime ein.

Bei anderen zeigt sich Downtime manchmal an einem Blick, der ins Leere geht, oder an einer Pause vor der Antwort. Was in diesem Moment innen geschieht, verrät das nicht. Die Annahme, die Blickrichtung zeige den Sinneskanal, hat die Forschung nicht bestätigt. Mehr dazu steht bei den Augenzugangshinweisen.

Beispiel: der nächste Satz im Kopf

Angenommen, eine Teamleiterin spricht mit einem Mitarbeiter über einen verpatzten Kundentermin. Während er antwortet, legt sie sich ihren nächsten Satz zurecht. Dass er bei der Erwähnung des Kunden zweimal leiser wird und zur Tür schaut, bemerkt sie nicht. Sie redet weiter über die Präsentation.

Für das nächste Gespräch nimmt sie sich etwas anderes vor. Sie notiert vorher die zwei Punkte, die sie ansprechen will, und legt den Zettel weg. Während er spricht, schaut sie ihn an und formuliert nichts. Als er wieder leiser wird, fragt sie: "Was war mit dem Kunden?" Er erzählt, dass der Kunde ihn vor dem Termin am Telefon angeschrien hat.

Der Zettel hat ihr die Downtime beim Zuhören erspart. Sie musste den nächsten Satz nicht mehr im Kopf behalten.

Grenzen und häufige Missverständnisse

Uptime und Downtime beschreiben, wohin die Aufmerksamkeit geht. Eine Wirkung, die sich messen ließe, behaupten sie nicht, und Studien zu den beiden Begriffen im NLP kenne ich nicht. Mehr zur Studienlage steht im Abschnitt zur Kritik an NLP.

Zwei Missverständnisse begegnen mir:

  • Uptime sei besser als Downtime. Wer plant, schreibt oder sich an etwas erinnert, braucht den Blick nach innen. Zum Problem wird nur die falsche Richtung im falschen Moment.
  • In der Uptime nehme man die Welt ungefiltert wahr. Auch was Sie sehen und hören, deuten Sie sofort. Das Wort sagt nur, wohin die Aufmerksamkeit überwiegend geht.

Verwandte Begriffe

Uptime und Downtime im Training üben

Im NLP-Training probieren Sie die Modelle an Gesprächen aus Ihrem eigenen Arbeitsalltag aus. Dazu gehört, wann ein Werkzeug passt und wann nicht.

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