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Thilo Krause
NLP-Lexikon

Konfusionstechnik: Verwirrung als Einstieg in die Trance

Kurzdefinition

Die Konfusionstechnik ist eine Methode aus der Hypnose, bei der der Hypnotiseur sein Gegenüber mit verschachtelten, widersprüchlichen oder scheinbar sinnlosen Sätzen verwirrt. Eine klare Anweisung, die danach kommt, soll leichter angenommen werden.

Ausführlich erklärt

Beschrieben hat die Technik der Psychiater Milton H. Erickson. Sein Aufsatz The Confusion Technique in Hypnosis erschien 1964 im American Journal of Clinical Hypnosis. In NLP-Ausbildungen taucht sie meist bei den Hypnosethemen auf, neben dem Milton-Modell.

Der Gedanke dahinter ist einfach. Solange jemand damit beschäftigt ist, aus einem Satz schlau zu werden, prüft er nicht, was als Nächstes kommt. Die erste klare Aussage wirkt dann wie eine Erleichterung, und der Zuhörer greift sie auf.

Erickson erzählte von einer Vorführung mit zwei Freiwilligen. Er sprach darüber, auf wie viele Arten man bis zwanzig zählen kann, und mischte Nebensächliches aus seinem Leben hinein, etwa wie viele Kinder er hatte. Die beiden versuchten, darin einen Sinn zu finden. Nach seiner Schilderung gingen beide bald in Trance.

Verwandt ist der Pattern Interrupt. Er stört einen erwarteten Ablauf für einen Moment. Die Konfusionstechnik hält die Verwirrung länger aufrecht und nutzt sie als Weg in die Trance.

Beispiel: der erste Versuch in der Übungsgruppe

Angenommen, in einer Master-Ausbildung übt eine Dreiergruppe die Konfusionstechnik. Ein Teilnehmer beginnt: "Sie wissen ja, dass rechts und links nicht immer dasselbe sind, und was eben noch rechts war, ist vielleicht schon das, was Sie gleich links bemerken, oder auch nicht, je nachdem, von wo aus Sie es bemerken." Seine Partnerin runzelt die Stirn und versucht mitzukommen. Nach einer Minute sagt er: "Und jetzt können Sie einfach die Augen schließen." Sie schließt sie und atmet hörbar aus.

In der Nachbesprechung sagt sie, sie sei vor allem froh gewesen, dass endlich ein klarer Satz kam. In Trance habe sie sich nicht gefühlt, eher ein bisschen genervt. Beim zweiten Durchgang spricht der Teilnehmer langsamer und lässt Pausen. Diesmal sagt sie, sie habe irgendwann aufgehört, den Sätzen folgen zu wollen.

Ob das schon Trance war, kann die dritte Person, die beobachtet, nicht sagen. Sicher ist nur, dass dieselben Sätze in anderem Tempo anders ankamen.

Grenzen und häufige Missverständnisse

Kontrollierte Studien, die die Konfusionstechnik für sich prüfen, kenne ich nicht. Ericksons Schilderungen sind Fallberichte. Mehr zur Studienlage steht im Abschnitt zur Kritik an NLP.

Drei Grenzen:

  • Verwirrung ist unangenehm. Manche Menschen reagieren darauf mit Ärger oder ziehen sich zurück. Die Technik setzt voraus, dass das Gegenüber eingewilligt hat und weiß, worauf es sich einlässt.
  • Außerhalb einer Hypnosesitzung kippt sie schnell ins Unredliche. Wer einen Kunden mit verschachtelten Sätzen zu Preis und Laufzeit verwirrt und dann den Vertrag hinlegt, nutzt dieselbe Mechanik gegen ihn. Davon halte ich nichts.
  • Kein Ersatz für Behandlung. Wer wegen Angst, Schmerzen oder belastender Erinnerungen Hilfe sucht, gehört zu Ärzten oder Psychotherapeutinnen mit Hypnoseausbildung. Eine Übung aus dem NLP-Seminar ersetzt keine Psychotherapie und keine ärztliche Behandlung.

Verwandte Begriffe

  • Pattern Interrupt

    Die kurze Störung eines Ablaufs, aus derselben Hypnosetradition.

  • Milton-Modell

    Die vagen Sprachmuster, die Bandler und Grinder aus Ericksons Arbeit ableiteten.

  • Trance

    Was mit dem Zustand gemeint ist, in den die Technik führen soll.

Konfusionstechnik im Training üben

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