Anker stapeln: mehrere Erinnerungen an einem Auslöser
Kurzdefinition
Anker stapeln, englisch Stacking Anchors, heißt im NLP, mehrere Erinnerungen an denselben Zustand nacheinander an denselben Auslöser zu koppeln. Der Zustand, den der Anker später abruft, soll dadurch stärker sein als bei einer einzigen Erinnerung.
Ausführlich erklärt
Ein einfacher Anker koppelt einen Reiz an ein Erlebnis. Beim Stapeln setzen Sie denselben Reiz mehrmals, jedes Mal mit einem anderen Erlebnis desselben Zustands. Wie ein einzelner Anker entsteht, beschreibt die Ankern-Übung in fünf Schritten.
Der Ablauf:
- Den Zustand benennen. Etwa Ruhe oder Zuversicht. Ein Wort genügt, solange Sie wissen, was gemeint ist.
- Mehrere Erinnerungen sammeln. Am besten aus verschiedenen Bereichen, etwa eine aus dem Beruf und eine aus der Freizeit. Der Zustand ist derselbe, die Situationen sind es nicht.
- Die erste Erinnerung ankern. Sie gehen hinein, und wenn der Zustand sich aufbaut, setzen Sie den Auslöser, zum Beispiel einen Druck von Daumen und Mittelfinger.
- Unterbrechen. Ein Separator holt Sie kurz aus dem Zustand.
- Die weiteren Erinnerungen am selben Auslöser ankern. Gleicher Druck, gleiche Stelle, jedes Mal ein anderes Erlebnis.
- Testen. Sie lösen den Anker aus, ohne an eine der Erinnerungen zu denken, und achten darauf, was sich einstellt.
Ein gestapelter Anker dient oft als hilfreicher Anker in anderen Formaten, etwa beim Verschmelzen von Ankern. Dort soll der hilfreiche Zustand stärker sein als der belastende.
Beispiel: Ruhe vor dem Gespräch mit Investoren
Angenommen, ein Gründer hat in drei Wochen ein Gespräch mit Investoren und wird schon beim Gedanken daran fahrig. Er will einen Anker für Ruhe.
Er sammelt drei Erinnerungen. Einen Abend auf dem Balkon nach dem Umzug, als die letzte Kiste ausgepackt war. Den Matchball eines Tennisspiels, bei dem er erstaunlich gelassen aufgeschlagen hat. Und ein langes Gespräch mit seiner Großmutter, in dem er nur zugehört hat. Jede koppelt er an denselben Druck von Daumen und Mittelfinger.
Beim Test merkt er, dass der Matchball nicht passt. Da war neben der Ruhe auch Anspannung, und die kommt mit. Er setzt den Anker an einem anderen Tag neu, ohne das Tennisspiel und dafür mit einem Spaziergang am frühen Morgen.
Vor dem Termin drückt er im Aufzug Daumen und Mittelfinger zusammen. Er ist ruhiger als befürchtet, die Hände schwitzen trotzdem. Ob der Anker mehr geholfen hat oder die drei Probedurchläufe der Präsentation, kann er nicht sagen.
Grenzen und häufige Missverständnisse
Für das Stapeln von Ankern kenne ich keine Studie, auch nicht für die Annahme, dass mehrere Erinnerungen einen stärkeren Anker ergeben als eine. Die Begründung aus Ausbildungen klingt plausibel, geprüft ist sie nicht. Was ein Anker allgemein leisten kann, steht im Beitrag zum Ankern, die Studienlage zu NLP im Abschnitt zur Kritik an NLP.
Achten Sie darauf, dass jede Erinnerung wirklich denselben Zustand enthält. Eine Erinnerung, in der neben Ruhe auch Ärger steckt, bringt den Ärger mit auf den Stapel. Und wer einen Zustand aus keiner einzigen Situation kennt, kann ihn auf diesem Weg nicht herstellen. Dann brauchen Sie zuerst neue Erfahrungen, und ein Anker kann warten.
Verwandte Begriffe
- Ankern
Die Übung für einen einzelnen Anker und was davon zu erwarten ist.
- Anker verschmelzen
Ein Format, das einen starken hilfreichen Anker voraussetzt.
- Separator
Die Unterbrechung zwischen zwei Erinnerungen auf dem Stapel.